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Ein Befürworter des syrischen Abzugs...Rafik Hariri
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Rafik Hariri
Ein Befürworter des syrischen Abzugs
Von Rainer Hermann, Istanbul


14. Februar 2005 Nur wenige Tage vor dem Anschlag auf Rafik Hariri hatte der libanesische Innenminister Sulaiman Frandschieh den früheren Ministerpräsidenten angeklagt. Er sei Chef der Opposition gegen die prosyrische Regierung von Omar Karame, hielt er ihm vor. Wie von einer dunklen Vorahnung getrieben hatte zudem der Drusenführer Walid Dschumblatt gefragt, ob es denn weitere Anschläge geben werde; gemeinsam mit Hariri wollte er die Syrer aus dem Lande vertreiben. Erst kurz zuvor hatte ein Vertrauter Dschumblatts, Marwan Hamadeh, in Beirut ein Attentat knapp überlebt. Dschumblatt machte nicht näher bezeichnete „Geheimdienste” dafür verantwortlich.


Am Montag hieß das Opfer Rafik Hariri. Von 1992 bis 1998 und von 2000 bis zum vergangenen Oktober war der Milliardär Ministerpräsident. Kein anderer prägte nach dem Bürgerkrieg, der 1991 zu Ende ging, den Libanon stärker. Mit dem Anschlag auf ihn kehrte das Gespenst dieses Bürgerkriegs, der 16 Jahre gedauert hatte, zurück. Seit Wochen hatten die Spannungen zugenommen. Denn Ende April oder Anfang Mai sollen Parlamentswahlen stattfinden. Gegen Syrien und die syrienhörige Regierung Karame hat sich aber eine schlagkräftige Opposition gebildet, die sich um Hariri und Dschumblatt scharte. Sie gewann so stark an Zulauf, daß Karame schon die Möglichkeit andeutete, die Wahlen gar nicht stattfinden zu lassen.

„Die Nationalisten des Libanons sind nicht schwach”

Karame hatte die Opposition gewarnt. „Syrien und die Nationalisten des Libanons sind nicht schwach”, sagte er er. Der Opposition warf er vor, sich vom Diktat der Amerikaner und der Israelis treiben zu lassen. Verteidigungsminister Murad bekräftigte aber, daß die Regierung verpflichtet sei, ihre sehr engen Beziehungen zu Syrien aufrechtzuerhalten. Die Regierung hatte dazu auch einen Gesetzesentwurf erarbeitet, der Wahlwerbung untersagen sollte und bei Mißachtung mit einer dauerhaften Schließung der betroffenen Medien drohte.

Es war klar, daß der Entwurf eine Lex Hariri sein sollte und sich gegen dessen Medienmacht richtete. Hariri war im Oktober 2004 aus Protest vom Amt des Ministerpräsidenten zurückgetreten. Dazu war es gekommen, nachdem Damaskus - gegen alle Bestimmungen der libanesischen Verfassung - eine Verlängerung der Amtszeit des Staatspräsidenten Lahoud, eines treuen Gefolgsmanns Syriens, durchgesetzt hatte. Seither förderte Hariri die Opposition zu Syrien, ohne daß er an deren Sitzungen teilnahm.

Faustpfand in den Gesprächen mit Israel

Bei der Wahl im Frühjahr erhoffte er sich einen ähnlich überwältigenden Erfolg wie im Jahr 2000, als er seinen glücklosen Vorgänger Salim Hoss ablöste. Sein wichtigster Mitstreiter wurde der Drusenführer Walid Dschumblatt. Der wollte sich in den nächsten Tagen in Paris mit dem früheren libanesischen Armeechef treffen, dem christlichen Maroniten Aoun, der zu den schärfsten Gegnern Syriens zählt. Mit dem maronitischen Patriarchen Sfeir hatte sich Aoun schon abgestimmt.

Die Auseinandersetzung zwischen Regierung und Opposition hatte sich an der Resolution 1559 des UN-Sicherheitsrats entzündet. Sie fordert Syrien auf, seine 50000 Soldaten aus dem Libanon abzuziehen. Damaskus aber ziert sich. Die Opposition um Hariri und Dschumblatt wirft Damaskus vor, die Verwirklichung der Resolution aufzuschieben, um die syrische Militärpräsenz im Libanon als Faustpfand in den Gesprächen mit Israel über die Golanhöhen und mit Amerika über die Unterstützung von Terrorgruppen einzusetzen.

Verkörperung des Traums vom sozialen Aufstieg

Für viele Libanesen verkörperte Hariri den Traum des sozialen Aufstiegs. Der 1944 als Sohn eines Obstbauern nahe Sidon geborene Hariri war in Saudi-Arabien als Bauunternehmer Milliardär geworden. Das Geld setzte er auch ein, um mit Stipendien begabte Libanesen zu fördern. Er war ein libanesischer Patriot, der sein Land der Bevormundung durch Syrien entziehen wollte. Denn noch immer erkennt Syrien den Libanon als Staat nicht an, diplomatische Beziehungen zwischen Damaskus und Beirut hat es nie gegeben.

Vielen galt er auch als das arabische Gesicht des Landes mit seinen vielen Volksgruppen, unter denen sich insbesondere die Christen traditionell nach Frankreich ausrichten. Er hatte 1989 entscheidenden Anteil an der Beendigung des libanesischen Bürgerkriegs: Hinter den Kulissen lud er die Konfliktparteien in die saudische Stadt Taif ein, wo die Übereinkunft erzielt wurde, die das Ende des Bürgerkriegs ermöglichte. Er genoß das Vertrauen vieler arabischer Staatschefs.

Einen Teil seines Privatvermögens hatte er eingesetzt, um das vom Bürgerkrieg zerstörte Land mit Projekten wiederaufzubauen, die umstritten waren. Sein Vermögen galt immer auch als Bürgschaft für die stetig wachsende Staatsverschuldung. Nun muß der Libanon ohne den patriotischen Politiker, den unkonventionellen Unternehmer und großzügigen Mäzen auskommen.
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